FIRST CLASS NACH SHANGHAI

Wer kommt um Himmels willen auf die Idee über ein „verlängertes Wochenende“ nach Shanghai zu fliegen? Aber gut, in der Lufthansa First Class kann man das schon mal machen dachten wir uns. Aber am Besten erzähle ich von vorn. ;)

Das Routing unseres Trips war etwas kurios – für mich ging es von Leipzig über Frankfurt nach London, von dort aus – wieder über Frankfurt nach München und schließlich nach Shanghai. Was verrückt klingt, ist gleich ein bisschen weniger verrückt, wenn man sieht was wir durch dieses Routing erlebt haben.

Denn nur mit einem Routing über Frankfurt kommt man in den Genuss des separaten First Class Terminals, welches sich abseits der normalen Terminals befindet. Man muss nach der Ankunft zwar nochmal in den Security Check, doch der ist extrem entspannt, da einfach nie jemand im First Class Terminal ansteht. Eine nette Lufthansa Mitarbeiterin hatte uns zuvor in Empfang genommen und sich unsere Reisepässe geben lassen. Sie würde uns nachher pünktlich zum Boarding abholen. Wir durften dabei auswählen, ob wir als Erstes oder als Letztes in das Flugzeug einsteigen wollten.

Das First Class Terminal in Frankfurt ist mehr als großzügig und es war zu Beginn praktisch menschenleer. Es gibt einen großen Entspannungsbereich mit Loungemöbeln, ein à la Carte Restaurant mit angeschlossenem Buffet, einen Spa-Bereich mit Toiletten, Duschen und sogar Wanne, abgetrennte Arbeitsbereiche, eine hervorragende Bar (später mehr dazu) sowie eine Raucherlounge – ebenfalls mit einer kleinen Bar. Der Ausblick ist leider nicht annähernd so gut, wie aus den Business-/Senator-Lounges im normalen Terminal. Doch wie mir mein Travelbuddy Tobi von Freshtravel.de versicherte – man setze bei Lufthansa auf understatement.

   

Wir starteten im Restaurant Beide mit japanischem Sake, Champagner und einem Wiener Schnitzel. Anschließend prüften wir die Bar auf Herz und Nieren – exzellente Whisky-Auswahl, der Barkeeper war phänomenal, nach dem Siezen überall, war es ganz angenehm einen entspannten Typen auf Augenhöhe zu Treffen (Shoutout Emre). Die Zeit verging wie im Flug (Ja, Wortspiele kann ich!) und schon holte uns unsere Personal Assistentin ab – der Porsche warte schon.

Auch hier wieder ein super Typ am Steuer: „Jungs, stört’s euch, wenn ich mal kurz beschleunige?“ – Natürlich nicht, gib ihm! Der Domestic Flug nach München verging schnell – die innereuropäische Business-Class ist dann doch nicht so spektakulär. Außer mehr Beinfreiheit, einem freien Mittelsitz und einer kleinen Mahlzeit auf Porzellanbesteck/Getränken im Glas gibt es da nicht so viel zu erleben.

Angekommen in München bewegten wir uns direkt in die First Class Lounge an den G/H-Gates. Diese ist etwas älter als die neue im Satelliten-Terminal, aber dennoch schön eingerichtet. Wir waren noch gesättigt vom reichlichen Abendessen in Frankfurt und steuerten statt des Restaurants direkt wieder die Bar an. Auch hier probierten wir diverse Drinks, einen lokalen Gin-Tonic und die Barkeeperin empfohl uns eine nice Münchner Bar, für’s nächste Mal, wenn wir in der Stadt sind (Mr. Mumble’s New Orleans Bar). Einziger Wermutstropfen: Die Dame hat noch nie von einem Espresso Martini gehört, versuchte uns einen zu mixen und scheiterte kläglich.

Dann war es endlich soweit LH726 war bereit für uns. Die Passkontrolle übernahm übrigens ein Beamter, der eigens dafür in der First Class Lounge sitzt. Wir haben es uns natürlich nicht nehmen lassen, uns das silberne First Class Ticket mit roter Oberseite ausdrucken zu lassen. Regel Nummer 1 beim First Class fliegen: Immer Ticket in der Hand halten, dass jeder auch sieht, dass man First fliegt. haha.

Und so stand ich vor meinem ersten First Class Flug in der Langstrecke. An Bord angekommen wurden wir von der freundlichen Crew direkt mit Namen begrüßt. Der Steward hatte im Vorhinein die Passagierliste erhalten und mich auch direkt auf meinen Job (Fotograf) angesprochen – er fragte was ich geschäftlich in China vorhabe und connectete mich direkt mit einem anderen Fotografen, der auch First flog und eine Reihe vor uns saß.

Der A340 hatte 8 Plätze in einer 1-2-1 Bestuhlung. Wir saßen in Reihe 2 – ich war erst verwirrt, doch Meilenjunkie-Tobi wusste genau, warum er uns die zweite Reihe aussuchte „Da hast du immer alles im Blick“ – und ja, man sieht einfach besser, was die anderen Leute so treiben. ;-)

Nach dem Begrüßungschampagner überreichten uns die Stewardessen das Amenity Kit, einen Schlafanzug, bestehend aus Hausschuhen, einer Hose und einem Oberteil. Die First verwandelte sich innerhalb kurzer Zeit zur Pyjama-Party! Das Amenity Kit beinhaltete die üblichen Utensilien wie Socken, Zahnbürste, Zahnpasta, Kamm, Schlafmaske, Ohropax und Hygienekappen für die Kopfhörer.

Wir hoben ab, so sanft und leise wie ich es noch nie erlebt hatte. Auf Nachfrage erhielten wir auch direkt die WLAN-Vouchers. Das Wifi funktionierte mal besser, mal schlechter. Doch kommen wir zum Mitternachtsdinner: Auf großen, massiven Speisekarte waren die Speisen aufgelistet. Neben Kaviar und einer Variation an Vorspeisen konnten wir ein Hauptgericht wählen. Ich entschied mich für die Offene Lasagne mit Kürbis und Hüttenkäse, Tobi wählte Zweierlei von der Gans mit Rotkohl und Kartoffelknödeln.

Der Kaviar und die Vorspeisen schmeckten super, die Hauptspeisen konnten bei uns beiden nicht überzeugen – wie ihr seht (Beschwerde ist raus EDIT: Lufthansa Customer Relations hat sich zurückgemeldet und mir eine Entschädigung von 150€ für die Unannehmlichkeiten versprochen). DAS ist leider kein First Class Gericht. Im Anschluss servierte die Crew eine Vielfalt an Käse und ein Dessert. Beides lehnte ich dankend ab, da mich die Müdigkeit überkam.

Da die Fenstersitze der zweiten Reihe nicht belegt waren, richtete man uns auf Nachfrage dort unser Bett her. Man hat wirklich unglaublich viel Platz in der First Class. Ein fucking Bett in fucking 10.000 Metern Höhe! Nach reichlich Champagner, Whisky und Gin-Tonic schlief ich dann auch relativ schnell ein. ;)
7 Stunden später wurde ich auf Wunsch geweckt und bekam kurz vor der Landung noch ein erstklassiges Frühstück serviert.

Wir landeten pünktlich in Shanghai und konnten als Erstes den Flieger verlassen, auch die Immigration passierten wir – dank Special Lane – innerhalb von nicht mal 3 Minuten. Wilkommen in Shanghai!

Mehr Bilder vom Shanghai-Trip gibt es auf Instagram. Seid ihr auch an einem Review zu unserem Aufenthalt im Hyatt on the Bund Shanghai und vom First Class Rückflug interessiert? Dann lasst es mich wissen! :-)

Fazit: Abgesehen von kleinen Schönheitsfehlern, wie der Lasagne war es ein unglaublicher Trip. Die Lufthansa First Class kann sich sehen lassen und ich bin bestimmt nicht das letzte Mal damit geflogen. :-)

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